Wissen
Wissen zu Arbeitsschutz und Brandschutz
Kompakte Ratgeber für Arbeitgeber, Führungskräfte und Einrichtungsleitungen: Was die Vorschriften verlangen, wie Sie vorgehen und wo die offiziellen Quellen stehen.
So nutzen Sie die Ratgeber
Die Ratgeber erklären zentrale Pflichten im Arbeitsschutz und Brandschutz in verständlicher Sprache. Jeder Ratgeber nennt die Rechtsgrundlagen, verlinkt die amtlichen Fassungen und zeigt typische Fehler aus der Praxis. Zahlen und Fristen nennen wir nur, wenn sie in einer Vorschrift oder Technischen Regel stehen; wo der Arbeitgeber selbst festlegen muss, sagen wir das.
- Stand der Inhalte: November 2026
- Quellen: gesetze-im-internet.de, BAuA, DGUV
- Keine Rechtsberatung: maßgeblich sind die amtlichen Texte und Ihr Unfallversicherungsträger
Die Ratgeber sind in drei Bereiche gegliedert: Arbeitsschutz mit Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Gefahrstoffen, Brandschutz von der Brandschutzordnung bis zur Brandschutztechnik und Organisation mit Pflichten, Prüffristen und dem Umfang der Betreuung. Wer Unterstützung bei der Umsetzung sucht, findet sie unter Leistungen.
Direkt zum Glossar mit den wichtigsten Begriffen und Abkürzungen.
Arbeitsschutz
Gefährdungsbeurteilung Schritt für Schritt
Sieben Schritte von der Vorbereitung bis zur Fortschreibung, mit Pflichtbausteinen und STOP-Prinzip.
Unterweisung: wer, wann, wie
Intervalle aus ArbSchG, DGUV Vorschrift 1 und Verordnungen im Überblick, mit Hinweisen zum Nachweis.
Gefahrstoffe
Sicherheitsdatenblatt, Gefahrstoffverzeichnis, Betriebsanweisung und Substitution im Zusammenhang.
Brandschutz
Brandschutzordnung Teil A, B und C
Wann welcher Teil nötig ist, was hineingehört und wie Sie sie aktuell halten.
Brandschutzhelfer
Anzahl nach ASR A2.2, Ausbildung mit Löschübung und Organisation über alle Schichten.
Flucht- und Rettungswege
Fluchtweglängen, Kennzeichnung nach ASR A1.3 und Anforderungen an den Flucht- und Rettungsplan.
Räumung und Evakuierung
Räumungsorganisation, Evakuierungsübungen und Personen, die Hilfe benötigen.
Feuerlöscher und Brandschutztechnik
Brandklassen, Ausstattung, Wartung und was Sie bei Türen und Anlagen im Alltag prüfen.
Organisation
Pflichten des Arbeitgebers
Grundpflichten, Bestellungen, Pflichtenübertragung und Dokumentation im Überblick.
Prüffristen im Überblick
Woher Fristen kommen, welche Werte die Regeln nennen und wer prüfen darf.
Betreuung nach DGUV Vorschrift 2
Betreuungsformen, Einsatzzeiten und die Neufassung, mit Rechenbeispiel.
Glossar
Die wichtigsten Begriffe und Abkürzungen aus Arbeitsschutz und Brandschutz, kurz erklärt.
Gesetze, Verordnungen und Regeln
- ArbSchG
- Arbeitsschutzgesetz. Grundgesetz des betrieblichen Arbeitsschutzes mit Pflichten zu Gefährdungsbeurteilung, Maßnahmen, Notfallorganisation und Unterweisung.
- ASiG
- Arbeitssicherheitsgesetz. Regelt die Bestellung und Aufgaben von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit sowie den Arbeitsschutzausschuss.
- ArbStättV
- Arbeitsstättenverordnung. Anforderungen an Arbeitsstätten, etwa Fluchtwege, Beleuchtung, Sanitärräume und Bildschirmarbeit.
- ASR
- Technische Regeln für Arbeitsstätten. Konkretisieren die ArbStättV, z. B. ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ und ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge“. Herausgegeben über die BAuA.
- BetrSichV
- Betriebssicherheitsverordnung. Sichere Verwendung von Arbeitsmitteln und Prüfung von Anlagen.
- TRBS
- Technische Regeln für Betriebssicherheit. Konkretisieren die BetrSichV, etwa zu Prüfungen.
- GefStoffV
- Gefahrstoffverordnung. Schutz bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.
- TRGS
- Technische Regeln für Gefahrstoffe. Konkretisieren die GefStoffV, z. B. TRGS 510 zur Lagerung.
- DGUV Vorschrift 1
- Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ mit Pflichten u. a. zur Unterweisung und zur Ersten Hilfe.
- DGUV Vorschrift 2
- Unfallverhütungsvorschrift zum Umfang der Betreuung durch Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit.
- DGUV Vorschrift 3
- Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“, u. a. zu Prüfungen.
- Unfallversicherungsträger
- Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Erlässt Unfallverhütungsvorschriften, berät und überwacht; zuständig nach Bescheid.
Rollen und Gremien
- Arbeitgeber
- Trägt die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheitsschutz. In Unfallverhütungsvorschriften auch „Unternehmer“ genannt.
- SiFa
- Fachkraft für Arbeitssicherheit. Berät und unterstützt den Arbeitgeber nach § 6 ASiG; bei der Anwendung ihrer Fachkunde weisungsfrei.
- Betriebsarzt
- Berät zu Gesundheitsschutz und führt die arbeitsmedizinische Vorsorge durch.
- Sicherheitsbeauftragte
- Beschäftigte, die den Arbeitgeber bei der Unfallverhütung unterstützen und auf Mängel aufmerksam machen; zu bestellen ab regelmäßig 50 Beschäftigten, bei besonderer Gefährdung bereits ab 21 (§ 22 SGB VII).
- ASA
- Arbeitsschutzausschuss. Gremium in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten; tagt mindestens vierteljährlich (§ 11 ASiG).
- BSB
- Brandschutzbeauftragte bzw. Brandschutzbeauftragter. Berät den Arbeitgeber zum betrieblichen Brandschutz; nicht allgemein vorgeschrieben.
- Brandschutzhelfer
- Beschäftigte, die im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen geübt sind; in der Regel 5 % der Beschäftigten (ASR A2.2).
- Ersthelfer
- Ausgebildete Beschäftigte für die Erste Hilfe; Zahl nach § 26 DGUV Vorschrift 1, Fortbildung in der Regel alle zwei Jahre.
- Befähigte Person
- Person, die durch Ausbildung, Erfahrung und zeitnahe Tätigkeit Prüfungen nach der BetrSichV durchführen darf.
Instrumente und Dokumente
- GBU
- Gefährdungsbeurteilung. Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen mit Festlegung von Maßnahmen (§§ 5, 6 ArbSchG).
- STOP-Prinzip
- Rangfolge der Schutzmaßnahmen: Substitution, Technik, Organisation, Personenbezogen.
- Unterweisung
- Arbeitsplatzbezogene Information der Beschäftigten über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen; in der Regel mindestens jährlich.
- Betriebsanweisung
- Schriftliche, arbeitsplatzbezogene Anweisung zu Gefahren, Schutzmaßnahmen und Verhalten im Notfall, z. B. für Gefahrstoffe oder Maschinen.
- SDB
- Sicherheitsdatenblatt. Vom Lieferanten bereitgestellte Information zu einem Stoff oder Gemisch (Art. 31 REACH).
- Gefahrstoffverzeichnis
- Liste der im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe mit Pflichtangaben (§ 6 Abs. 12 GefStoffV).
- Brandschutzordnung
- Regeln zur Brandverhütung und zum Verhalten im Brandfall, gegliedert in Teil A, B und C.
- Flucht- und Rettungsplan
- Aushang mit Grundriss, Fluchtwegen, Standort und Verhaltensregeln; erforderlich, wenn Lage, Ausdehnung oder Nutzung es verlangen.
- Feuerwehrplan
- Plansatz für die Einsatzkräfte der Feuerwehr, meist als Auflage der Brandschutzdienststelle.
- Prüf- und Fristenplan
- Übersicht aller wiederkehrenden Prüfungen, Unterweisungen und Fortbildungen mit Fälligkeiten.
Brandschutz im Betrieb
- Räumungsübung
- Übung, bei der eine Arbeitsstätte geordnet verlassen wird; die ASR A2.3 spricht von Evakuierungsübung.
- Sammelstelle
- Gekennzeichneter Ort außerhalb des Gebäudes, an dem die Vollzähligkeit festgestellt wird.
- Entstehungsbrand
- Brand in der Anfangsphase, der noch mit Feuerlöschern bekämpft werden kann.
- Brandgefährdung
- Nach ASR A2.2 normal (vergleichbar mit Büronutzung) oder erhöht.
- Löschmitteleinheit (LE)
- Hilfsgröße, um das Löschvermögen unterschiedlicher Feuerlöscher vergleichbar zu machen.
- Feststellanlage
- Zugelassene Einrichtung, die eine Brandschutztür offen hält und im Brandfall selbsttätig schließt.
- Sicherheitskennzeichnung
- Verbots-, Warn-, Gebots-, Rettungs- und Brandschutzzeichen nach ASR A1.3.
Hinweis
Die Ratgeber geben einen allgemeinen Überblick (Stand: November 2026) und sind keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die amtlichen Fassungen der Vorschriften und die Unfallverhütungsvorschriften Ihres Unfallversicherungsträgers. Die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheitsschutz liegt beim Arbeitgeber.
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